Prionen – Segen und Fluch zugleich

Das Prion-Protein ist wichtig für die Gesunderhaltung der Nervenzellen im Gehirn. Wenn es seine Form verändert, führt es zu unheilbaren Erkrankungen des Nervensystems. 


Prionen sind wohl eine der aufregendsten medizinischen Entdeckungen der letzten 35 Jahre. Die winzigen Proteine, die unser Körper selbst produziert, spielen eine noch wenig erforschte Rolle bei der Gesunderhaltung der Nervenzellen im Gehirn. Doch Prionen können über Nacht bösartig werden, indem sie ihre Form verändern. Das kann durch einen Fehler im menschlichen Erbgut passieren oder wenn ein gesundes Prion mit einem veränderten in Kontakt kommt, beispielsweise durch die Einnahme von BSE-verseuchtem Fleisch. 

Die veränderten Prionen töten Nervenzellen ab, was zu Krankheiten wie, Creutzfeldt-Jakob, der menschlichen Form des sogenannten Rinderwahns führt. Aber auch bei der Entstehung von Alzheimer und Parkinson spielen Prionen eine Rolle. Adriano Aguzzi, Neuropathologe vom Universitätsspital Zürich, will die Gene finden, welche für die Produktion von Prionen verantwortlich sind. Eines davon hat er bereits identifiziert. «Aufregend an der Sache ist, dass wir die Aktivität dieses Genes mit den uns zur Verfügung stehenden Medikamenten kontrollieren können», sagt Aguzzi. «Unsere Hoffnung ist es, dass wir auf dieser Basis eine Therapie für Creutzfeldt-Jakob, und vielleicht sogar für Alzheimer und Parkinson finden können.»

Kontakt: Adriano Aguzzi, adriano.aguzzi(at)usz.ch, +41 44 255 21 07

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