Zuschauen beim Vergessen

Für die Verarbeitung aller Erinnerungen muss der Mensch in der Lage sein zu vergessen.


Das Lernen ist eine unserer wichtigsten Fähigkeiten. Um zu lernen, braucht es Erinnerung. Aber nicht nur das. Genauso wichtig ist das Vergessen. Es säubert unser Gehirn von unnötigem Ballast und schafft Kapazität für neue Lerninhalte. Wer nicht vergessen kann, überflutet sein Gehirn mit Daten, ohne diese verarbeiten zu können.

Der Biologe Simon Sprecher von der Universität Freiburg erforscht das Zusammenspiel zwischen erinnern und vergessen. Dazu untersucht er die rund hundert Gene, welche für beide Prozesse verantwortlich sind. Für seine Studien verwendet er Fruchtfliegen. Bei diesen schaltet er ein Gen nach dem anderen ab und schaut dann, welchen Einfluss jedes von ihnen auf das Erinnerungsvermögen der Fliegen hat.

Dabei kann er dem Erinnern oder dem Vergessen der Fliegen live zuschauen. Die Physiker in Sprechers Team haben ein hochauflösendes Lichtmikroskop entwickelt. Mit ihm kann er in das Gehirn der Fliegen schauen und die Aktivität jeder einzelnen Nervenzelle sichtbar machen. «So sehen wir, welche Verbindungen stärker oder schwächer sind bei Fliegen, die leichter vergessen.» Die Resultate könnten dereinst auch bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Krankheiten wie Alzheimer helfen.

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Simon Sprecher, simon.sprecher(at)unifr.ch, +41 26 300 89 01 or 
Evelyn Boll, evelyn.boll(at)unifr.ch, +41 26 300 86 30

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